Das neue Ilios ist da

Auch in 2019 gibt es wieder viele Reisen mit der Lebenshilfe ins In- und Ausland. Wir freuen uns, unser Versprechen wahr machen zu können, die Angebote diesmal deutlich eher zur Verfügung zu stellen.
Auch im kommenden Jahr halten wir unsere Reiseangebote in der bisherigen Qualität und in dem zuletzt erreichten Umfang vor.

Spannende neue Ziele wie die Fjorde in Norwegen - zu bereisen mit dem Schiff, eine Reise mit hohem Wellnessangebot nach Brandenburg oder eine Aktivreise ins Allgäu erweitern und ergänzen unser Programm. Bisher beliebte Urlaubsziele wie Mallorca, Texel oder bewährte Gästehäuser in Holland finden sich wieder.
Insgesamt bieten wir mehr Plätze für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Wir freuen uns auf Ihre Buchung, genauso wie auf Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen. Das Ilios erhalten Sie per Post oder über die Geschäfts-Stelle der Lebenshilfe. Ansprech-Partner sind Tanja Freitag und Christopher Nölle.
Anmelden können Sie sich ab sofort. Auch online auf www.lebenshilfe-waltrop.de

 


Zuverlässige Begleitung durchs Leben

Wie der Familienunterstützende Dienst helfen kann

Rick und Marcel sind ein eingespieltes Team: Seit zwei Jahren verbringen sie viel Zeit miteinander, haben feste Zeiten, zu denen sie sich treffen. Rick arbeitet für den Familienunterstützenden Dienst (FuD) der Lebenshilfe. Auch wenn Marcel sozusagen sein Klient ist, ist das Verhältnis zwischen den beiden doch mehr als eine rein betreuerische Verbindung.

Marcel kann sich auf Rick verlassen: "Er ist mein Freund", sagt der Jugendliche, der aufgrund seiner Behinderung im Alltag auf Hilfen angewiesen ist. Es ist eine Art Freizeitbetreuung für Menschen mit geistiger Behinderung, die von der Lebenshilfe Castrop-Rauxel, Datteln, Oer-Erkenschwick Waltrop e. V. angeboten wird.

Der 24-Jährige steht seit 2015 mit der Lebenshilfe in Verbindung, nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) begleitete er 2016 als Ehrenamtler eine Ferienfreizeit der Lebenshilfe. Bei dieser Fahrt war auch Marcel dabei, als Teilnehmer. "Insofern kannten wir uns schon, als dann später die Anfrage kam, ob ich mir eine Betreuung von Marcel vorstellen könnte", erklärt der Lehramtsstudent. Nach einiger Zeit in der Nachtbereitschaft in der Wohnstätte der Lebenshilfe wechselte er schließlich in den Familienunterstützenden Dienst.

Dieser sieht vor, dass durch Betreuungsleistungen Familie und Angehörige von Menschen mit Behinderung entlastet werden. Die Leistung wird in der Regel von Pflegekassen übernommen.

Die Betreuung ist aber auch eine willkommene Abwechslung für die Klienten selbst. Wir unternehmen unheimlich viel, ich habe ja auch die Ruhr Top Card, die nutzen wir voll aus", sagt der 19-Jährige. Normalerweise treffen sich die beiden montags oder dienstags. Diese Zeiten kann der 24-Jährige am besten mit seinem Studium vereinbaren. Mit seinem Auto holt er Marcel dann Zuhause ab. Steht das Ziel fest, geht's auch direkt los. Natürlich bleibt auch immer Zeit für ein Gespräch mit Marcels Mutter. "Man wird schon in gewisser Weise ein Teil der Familie", sagt der Student. Er erfahre in den Rückmeldungen Anerkennung und Dankbarkeit, schließlich sorgt er mit seiner Hilfe für Entlastung und auch einmal ein wenig Ruhe im Familienalltag. Ab und zu wird er auch in die Familie eingeladen. Sonst sind die beiden aber meistens zusammen unterwegs. "Wir gehen oft Schwimmen, das macht Marcel total gerne", sagt der 24-Jährige. Zur Abwechslung gibt es aber auch immer einmal Ausflüge in Museen, Parks oder Zoos - eben alles, was die Ruhr Top Card bietet. Der Begleiter hat kostenlosen Eintritt.

Ein beliebtes Ziel der beiden ist der Dortmunder Zoo. "Ich liebe die Tiere, außerdem ist die Anlage richtig schön", sagt der 19-Jährige. Vor allem das Amphibienhaus hat es ihm angetan. Gemeinsam gehen die beiden auf Entdeckungsreise: Wo hat sich die raffinierte Schlange versteckt, hinter welche Pflanze verbirgt sich der exotische Fischschwarm? Parallel studiert Rick die Infotafeln und informiert Marcel über die Hintergründe der Tiere.

Auf ihren Touren sprechen die beiden viel miteinander: Wie läuft's Zuhause, was machen Job, Studium oder Freunde? Wo gibt es Probleme, wo wird ein guter Rat gebraucht? Auch für Rick ist Marcel ein Teil des Alltags geworden. Die Ausflüge sind fester Bestandteil seines Kalenders. In Konflikt mit privaten Terminen kommt er selten: Sein Umfeld hat Verständnis, schließlich sind einige in gleicher Weise tätig wie er. Gelernt hat der 24-Jährige in der Zeit auch schon einiges: "Man übernimmt Verantwortung für einen Menschen, das darf man nicht unterschätzen. Es ist eine direkte Arbeit, die eine gewisse Empathie erfordert und eine Sympathie zwischen den Menschen benötigt." Beides spürt man direkt, wenn man mit den beiden unterwegs ist - ein tolles Miteinander, von dem beide profitieren.

Der Familienunterstützende Dienst (FuD), auch bekannt als Familienentlastender Dienst (FeD), stellt Unterstützungen, ambulant und wohnortnah, für Menschen mit Behinderung und deren Familien bereit. Hierbei kann es sich um Gruppenangebote oder um zielorientierte Einzelbetreuungen handeln. Finanziert werden die Einsätze in der Regel über Leistungen der Pflegekassen (§45 SGB XI: Entlastungsbetrag sowie §39 SGB XI: Verhinderungspflege) oder Leistungen der Sozialhilfe (§53 SGB XII: Eingliederungshilfe). Andere Finanzierungsformen sind im Einzelfall auch möglich. Die FuD sind meist an größere Institutionen, wie in dem Fall die Lebenshilfe, gekoppelt. Infos dazu unter www.lebenshilfe-waltrop.de/fud.html.

Von Michael Braun

 

 


 

Ein Herzblut-Musiker im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)

John kann seine Leidenschaft in den Freiwilligendienst einbringen

John (21) ist Musiker mit Herzblut von klein an. " In unserer Wohnung stand schon immer ein Klavier, mit 6 Jahren begann ich daher Klavierunterricht zu nehmen. Während meiner Jugend fing dann meine Leidenschaft für die Rockmusik an. Ich habe mir währenddessen selbst das E-Gitarre spielen beigebracht und angefangen Musik zu komponieren und meine Stücke aufzunehmen."

Seit August 2017 macht John ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe Castrop-Rauxel, Datteln, Oer-Erkenschwick, Waltrop e.V. Sein Arbeitstag beginnt täglich um 8 Uhr, passend zum Schulbeginn. John begleitet einen Schüler mit einer geistigen Behinderung an einem Gymnasium im Gemeinsamen Unterricht. Vor dem FSJ war John selbst Schüler dieser Schule. Während des FSJ lernt er die Schule von einer anderen Seite als sogenannter Integrationshelfer kennen.

" Ich unterstütze den Schüler während des gesamten Schultags. Durch meine Anwesenheit vermittle ich ihm vor allem Sicherheit. Er ist sehr unsicher und traut sich wenig zu. Ich versuche ihn daher in seinen Fähigkeiten und seinem Selbstvertrauen zu stärken. In Zusammenarbeit mit den Lehrern erkläre ich ihm die Aufgaben und Arbeitsblätter des Unterrichts. In diesem Schuljahr geht die Klasse zudem einmal in der Woche schwimmen. Mein Schüler hatte große Angst vor dem Wasser. Ich bin daher von Beginn an mit ins Wasser gegangen und konnte ihm so seine Angst nehmen."

Einmal in der Woche kann John sich bei der Lebenshilfe musikalisch einbringen. Er spielt Keyboard bei der Band Die Rockers. Die Band besteht seit über 25 Jahren und wird vom Vollblut-Musiker André George betreut. Alle MusikerInnen haben eine Behinderung. "Die Rockers waren mir schon vor dem FSJ bekannt. Als ich die Möglichkeit bekam bei der Band mitzuwirken war ich sehr neugierig und habe mich sehr gefreut. Mir machen die regelmäßigen Proben viel Spaß. Es ist ein sehr offenes, entspanntes Klima. Die Behinderungen der MusikerInnen treten in den Hintergrund, sind nicht mehr spürbar. Wir hatten bereits mehrere Auftritte, unter anderem in der Europahalle in Castrop-Rauxel. Es war ein einmaliges Erlebnis, mit den Rockers vor einem so großen Publikum zu spielen."

Nach dem FSJ möchte John ein Geographie-Studium beginnen. "Ich konnte während des FSJ viele Erfahrungen sammeln. Ich habe einen Einblick in die Lebenswelten von Menschen mit Behinderung erhalten und die verschiedenen Unterstützungsangebote kennengelernt. Genau das war auch mein Ziel. Ich habe einen kleinen Bruder, der eine körperliche und geistige Behinderung hat. Vor dem FSJ wusste ich nicht, welche Hilfen Menschen mit Behinderungen erhalten können und wie ihr Leben gestaltet werden kann. Im FSJ habe ich viele Eindrücke erhalten und konnte mein Wissen erweitern. Vor allem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Behinderung immer mehr in die Gesellschaft einbezogen werden. Das finde ich sehr wichtig. Bei den Auftritten mit den Rockers war dies besonders eindrucksvoll spürbar. Das war ein tolles Beispiel für eine gelungene Inklusion."

Die Lebenshilfe sucht derzeit noch Interessenten für ein FSJ ab dem 15.8.2018. Ansprechpartnerin ist Julia Rohe. Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, letztes Zeugnis, ggf. Praktikumsnachweise) können postalisch oder per Mail an folgende Adresse gesendet werden:

Lebenshilfe Castrop-Rauxel, Datteln, Oer-Erkenschwick, Waltrop e.V.
z.Hd. Julia Rohe
Kukelke 1
45731 Waltrop
Telefon: 02309-958822
E-Mail: j.rohe@lebenshilfe-waltrop.de