Wohnberatung

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Wichtige Wohntricks

Von Monika Paul
Wir haben schon ganz viel über Stufen und Badewannen und Hilfsmittel erzählt. Irgendwann hat aber auch ein Rollstuhlfahrer keine Lust mehr, nur über seine Rampenprobleme zu lesen. Tatsächlich haben wir aber noch mehr Themen, die zum Wohnen dazugehören, im Alltag aber oft untergehen.

Wir sind alle ständig in irgendwelchen Gebäuden unterwegs. Manchmal ist das schön und manchmal ist man froh, wieder raus zu kommen. In der eigenen Wohnung können wir selber bestimmen, wie alles eingerichtet sein soll. Trotzdem klappt das nicht immer und man möchte die neue Tapete am liebsten sofort wieder umtauschen oder man schiebt die Möbel hin und her und ist nie zufrieden. Egal ob Schulkind, Rollstuhlfahrer, Großmutter, Bankmanager oder Schornsteinfeger, solche Probleme kennt jeder.

Wichtig für das Wohlfühlen ist, was wir im Raum mitbekommen. Ist es laut oder leise, kalt oder warm, hell oder dunkel.

Wissenschaftler erforschen deshalb die Art, wie wir hören und sehen genau, damit alle Menschen sich in den Häusern wohl fühlen. Auch zum Bauen neuer Häuser müssen Regeln beachtet werden, die unser Wohlfühlen unterstützen. Deshalb ist es interessant, darüber mehr zu wissen. Dann kann man mit kleinen Tricks seine Wohnung besser gestalten. Damit wir das alle in Zukunft gut können, stelle ich in den folgenden Zeitungen die interessanten Themen vor. Thema für diese Zeitung:

Farben

Die Farben von Gegenständen und Flächen sind abhängig von der Licht Art und Intensität der Umgebung. Wie wir die Farbe einer größeren Fläche empfinden, hängt zusätzlich vom umgebenden Raum ab.

Was wir mit unserem Auge sehen, löst auch Empfindungen aus. Es gibt direkte Nervenverbindungen vom Auge ins Gehirn, die Aktivität wird so zusätzlich gesteuert.

Schon kleine Babys stehen auf bunt. Farben machen uns glücklich oder traurig oder aggressiv und sind in unserem Leben sehr wichtig.

Rot und Orangetöne wirken belebend, machen gute Laune und regen den Appetit an.
Gelb und Grüntöne fördern das seelische Gleichgewicht, und wirken gegen Schlafstörungen.
Blau und Lila wirken beruhigend, gegen Nervosität und appetitzügelnd.
Weiß wirkt frisch und klärend. Grau kann je nach Tönung, freundlich oder bedrückend wirken.

Wir sehen Farben nicht das ganze Leben gleich. Mit Alter oder Krankheit lässt die Farbwahrnehmung auf Grund der Gelbfärbung der Linse nach. Dadurch wird mehr Licht vom blauvioletten Teil des Farbspektrums absorbiert, so dass Grün, Blau und Violett nicht mehr so gut unterscheiden werden können.

Das erschwert die Tiefenwahrnehmung. Zusammen mit der ab dem 40. Lebensjahr einsetzenden Starrheit der Netzhaut können Entfernungen und die Größe von Gegenständen nicht mehr richtig eingeschätzt werden. Außerdem wird das Sichtfeld zunehmend kleiner. Das geht jedem so, auch dem kerngesunden Mountainbiker.

Wer durch Krankheit oder angeborene Einschränkungen schon behindert ist, kann in einer Umgebung, die seinen Bedürfnissen entsprechend geplant ist, vieles leichter bewältigen und erhält Lebensqualität zurück. In einem Flur in Gelb-Rot-Tönen kann man die Entfernung zur Treppe besser abschätzen als in einem blau-grünen. Das macht sicher.

Während man sonst im Innenraum eher gedeckte Pastelltöne verwendet, kann der Einsatz von kräftigen Farben im Seniorenwohnen sinnvoll sein.

Mit der Wahl der Farben haben wir außerdem großen Einfluss auf die Wirkung von Räumen.

Dunkle Farben rücken die Wand näher, helle Farben rücken sie weiter weg. Eine dunkle Decke ist nur sinnvoll, wenn der Raum zu hoch ist. Die dunkle Wand am Ende eines langen Flures verkürzt den Raum. Die vielen Tricks, die es dazu noch gibt, können den Rest der Zeitung locker füllen.

Deshalb soll hier der Hinweis darauf reichen.
Als Fazit kann man festhalten: Auf dem Weg zum perfekten Zuhause sollten wir auch der farbigen Gestaltung viel Aufmerksamkeit gönnen.

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